Harnas

Das Tagebuch der Harnas Voluntäre Teil 2

Teil 1: 26.2.-7.5.07

 

Freitag, 11.Mai
Liebes Tagebuch,
heute war ein recht gewöhnlicher Tag, allerdings gab es einen Neuankömmling. Ein Spotted –Cat-  Baby, dass nur 400g wiegt, ist der neuste Zuwachs der Harnas Familie, sehr zur Freude der Volontäre. Es ist das kleinste und süßeste Kätzchen auf der Farm, allerdings ist es auch sehr schüchtern.
Ansonsten hat Zebe das Zebra mal wieder seine altbekannten Tricks hervorgeholt und probiert sie an den komischen Volontären, die vorbeikommen, aus. So haben alle schnell gelernt, dass man Zebe lieber in Ruhe lassen sollte.
Die Beziehungen zwischen den Tieren und den Volontären werden von Tag zu Tag intensiver und somit nehmen auch die Kratzer und blauen Flecken zu. Aber all das gehört zu der Erfahrung auf Harnas dazu.


Samstag, 12.Mai
Liebes Tagebuch,
heute war ein sehr interessanter Tag, da für die Voluntäre einen kleiner Sport-Tag geplant war. In vier Teams wurden Kopf an Kopf viele verschiedene Disziplinen bestritten, wie z.B. Schubkarren-Wettrennen, Köttel-Weitspucken, Sackhüpfen, Eier werfen und zum Abschluss ein Spiel, bei dem wir ein Karamellbonbon aus einer Schüssel mit Kuh-Mehl holen mussten und dabei nur unseren Mund benutzen durften (man kann sich vorstellen, wie wir hinterher aussahen).
Unser Abend verlief auch etwas anders als sonst. Wir hatten zwar unser gewöhnliches Abendessen in der Lapa, mussten uns aber als unser Lieblingstier verkleiden. Natürlich haben sich die meisten als ein Harnas-Tier verkleidet und somit gab es am Ende eine Schar  prachtvoller Löwen.
Am Ende des Abends haben wir die Ergebnisse von unserem Sport-Tag erfahren, wobei die „Fukarwee Birds“ und „Def Leopards“ ins Stechen kamen, also mussten sie uns eine kleine Einlage liefern. Die „Fukarwee Birds“ gaben eine Darbietung der letzten Zeile des „Birdie Songs“ – And shake your bum just like Juans bum! Danach bekamen wir von den „Def Leopards“ die gekürzte Version von „Der König der Löwen“ (ihr Gesang hat sogar die Gäste von der Lapa vertrieben!). Alles in allem waren es gute Vorstellungen und daher wurden beide mit einem Frühstück in der Lapa belohnt.

 

Dienstag, 15.Mai
Liebes Tagebuch,
heute war für 8 Voluntäre der letzte Tag. Sie haben den Tag damit verbracht, sich von den Tieren zu verabschieden und Harnas noch einmal zu verinnerlichen. Keiner von ihnen wollte gehen.
Wir haben die Baby-Paviane mit auf die Wiese zum spielen genommen und Ieta ist dabei in den Teich gefallen. Darüber war sie natürlich nicht erfreut, hat sich aber schnell wieder erholt. Die anderen Babies waren gleich viel vorsichtiger, als sie gesehen haben, was mit Ieta passiert ist.
Ein paar von uns waren heute draußen beim Wild zählen, was bedeutet, dass man ganz still in einem Versteck sitzt, die Wasserlöcher beobachtet und dann dokumentiert, welche Tiere zum trinken kamen.
Andere wiederum haben mit den Geparden Cleo und Pride einen Spaziergang gemacht. Sie waren sehr faul und haben sich gleich unter einen Baum gelegt, um sich auszuruhen. Trotzdem war es gut für sie, auch mal ein bisschen Abwechslung von ihrem Alltag zu bekommen.

 

Freitag, 18.Mai
Liebes Tagebuch,
heute haben wir einen Spaziergang mit den Geparden gemacht und es hat sehr viel Spaß gemacht. Pride und Cleo waren ebenfalls glücklich und haben ihre Flaschen gejagt. Außerdem haben wir, also die Voluntäre, entschieden, dass die Warzenschweine ihr eigenes Gehege bekommen sollten, da sie ständig die Leute jagen, ansabbern und in die Waden zwicken.
Poepie hat sich heute sehr gut benommen! Nur Spaß! Er war natürlich sehr frech und hat sich über Christina hergemacht, die daraufhin so schnell es ging seinen Käfig verlassen hat.
Am Abend mussten Schalk und Jo einer kranken Katze zur Hilfe eilen, die Probleme hatte zu laufen und ganz klar Schmerzen hatte. Wir müssen nun unbedingt im Auge behalten, wie es unserer Katze ergeht.


Samstag, 19.Mai
Liebes Tagebuch,
die Ankunft einiger neuer Voluntäre verlangte nach einem Ausflug, der das Team festigen sollte. Und was wäre besser geeignet, um sich näher zu kommen, als mitten im Busch allein ausgesetzt zu werden und selbst herausfinden zu müssen, wie man zum Camp gelangt. Zwei vage und mysteriöse Hinweise waren unsere einzigen Mittel der Navigation. Man hat es uns zunächst einfach gemacht, indem die erste Spur direkt neben einem graden Weg verlief und somit waren wir schon voller Zuversicht, dass wir den Code knacken können und unser Ziel erreichen würden. Dann bekamen wir die Anweisung durch den Busch zu marschieren! Wir hatten keinen Kompass und schritten eher in einer Schlangenlinie voran. Die ganze Zeit über sinkt die Sonne tiefer und tiefer vom Himmel und einige von uns fürchteten schon eine Nacht im Busch. Nach einiger Diskussion welchen Weg wir gehen sollten, hörten wir etwas. Das wundersame Geräusch eines Trucks auf der Straße. Wir hatten es geschafft! Das haben wir zumindest gedacht. Ein unglücklicher Fehler führte uns zum Baumhaus und wir waren uns sicher, dass der Sieg unser war. Aber wo waren nur alle?
Während wir nun grübelnd da saßen, bebte der Boden in Kombination mit dem Geräusch von Pferdehufen. In einer Straubwolke kam plötzlich eine Herde wilder Pferde zum trinken ans Wasserloch. Unsere Gruppe saß in ehrfürchtiger Stille da, während die Wildpferde, mit dem Sonnenuntergang im Hintergrund, tranken. Besser als ein Frühstück in der Lapa ist das allemal.
Schließlich erfolgte die Rettung und wir wurden zum richtigen Campingplatz geführt, an dem Essen und Getränke auf uns warteten. Wir waren alle erleichtert und stolz, dass wir den Harnas-Überlebenskampf überstanden haben.


Sonntag, 20.Mai
Liebes Tagebuch,
zur Zeit haben wir hier ein sehr merkwürdiges Wetter. Der Wind hat es uns fast unmöglich gemacht in die Gehege unserer Tiere zu gehen, da uns der Sand in die Augen geweht ist und wir nicht das Geringste sehen konnten! Dieses grausame Wetter führte auch dazu, dass wir unser Picknick mit den Löwen ausfallen lassen mussten, da es weder für uns Voluntäre, noch für die Löwen in irgendeiner Weise vergnügsam geworden wäre.
Somit wurde der Sonntagnachmittag zum faulenzen genutzt, indem die meisten von uns in ihrem, vorm Unwetter sicheren, Zimmer relaxed haben (und sich außerdem von unserem gestrigen Survival-Tag erholt haben).
Trotz allem wurde der Abend zu einem der witzigsten Abende, da sich fast alle Voluntäre für einen Filmeabend in Jo und Schalks Schlafzimmer versammelt und vor den Fernseher gequetscht haben. Wir haben einen vollkommen bildenden, schlauen und intelligenten Film ausgesucht… Ja, genau, wir haben uns für den „König der Löwen“ entschieden. Dies endete damit, dass alle, inklusive Jo, sämtliche Lieder mitgesungen haben und ein paar der Mädels sogar Tränen in den Augen hatten, als Mufasa gestorben ist. Insgesamt war es also ein absolut gelungener Abend! Jo hat uns aufgezogen und gesagt, dass sie sich nicht sicher ist, ob dies ein Filme- oder Karaokeabend war.
An dem Morgen nach dem Sturm erwartete uns allerdings eine böse Überraschung, denn wir fanden unseren wunderschönen, goldenen Falken Sultan tot in seinem Käfig auf. Wir haben herausgefunden, dass eine Ginsterkatze  des Nachts in seinen Käfig eingedrungen ist und ihn angegriffen hat und somit hat er eine vollkommen aufgebrachte Gruppe 4 hinterlassen.

 

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