6. August, 2007 Montag Nacht (Frances, UK)
Wow- heute Nacht hatte ich ein absolut faszinierendes Erlebnis! Ich schlief in Cleo, Pride und Hannalees Gehege- das sind "die knuddeligsten" Geparden. Sobald wir unsere Schlafsäcke platziert hatten kamen sie zu uns. Neben einem Geparden zu liegen ist ein unglaubliches Erlebniss. Obschon es eiskalt war, hielten uns die Geparde warm. Ich wachte auf und entdeckte, dass Hannalee an meinen Haaren herumkaute, was mir aber nichts ausmachte. Wir sahen alle dem Sonnenaufgang zu- so etwas ist unbezahlbar!
7. August, 2007 (Sarah und Lynsey, Scotland)
Unser Tag fing mit dem Frühstück zwischen 7 und 8h an. Nach dem Morgenessen gab es um 8h ein Treffen mit Frikkie. Er sagte uns, dass zwei Löwinnen in ein anderes Gehege versetzen würden, da die eine Löwin (Sara) immer von den anderen beiden geplagt wurde. Nach dem Treffen hatten wir bis 10h Zeit, das Futter bereitzumachen und unsere Tiere zu füttern. Unsere Gruppe ist für folgende Tiere zuständig: Zwei Baby-Karakals, der südamerikanische Affe Mr. Nelson (Totenkopfäffchen), die blinde Audrey (Meerkatze) , Poepe und Hoemie (Meerkatzen) und die Löffelhunde He, Re, Ro.
Um 10h trafen wir uns alle, um ein leerstehendes Gehege für Sara und die andere Löwin namens Elsa bereitzumachen. Die ganzen 34 Working Guests bereiteten das Gehege vor. Einige von uns räumten alte Knochen weg. Normalerweise würden sie von Aasfressern und ähnlichem gefressen. Andere schichteten trockenes Holz und abgestorbene Büsche zu einem Haufen, um es dann später verbrennen zu können. Alles in allem brauchten wir 2 Stunden, um das Gehege zu putzen. Dann war es Zeit fürs Mittagessen. Nach dem Essen gingen wir alle raus zu Saras Gehege
Vier von uns fuhren mit Schalk und Frikkie mit dem Landrover in Saras Gehege. Dort drinnen nahmen sie ein prepariertes Gewehr mit einem Betäubungspfeil. Die anderen warteten etwa eine Stunde draussen. Es dauerte so lange, weil die anderen Löwen im Gehege so nahe bei Sara waren, dass man sie nicht betäuben konnte. Sie nahmen eine Trage um Sara zu transportieren und brachten sie in ihr neues Gehege. Danach begaben wir uns zu Elsas Gehege. Sie war direkt beim Zaun und so nahe genug, um sie mit dem Pfeil zu treffen. Sie wurde genauso transportiert und zu Sara gebracht. Schalk untersuchte beide. Sie wurden “entzeckt” und die Wunden mit Desinfektionsmittel besprayt.
An diesem Tag herrschte ein richtig guter Teamgeist und wir waren stolz, dass wir dazugehörten.
10. August, 2007 Gehegekontrolle (working guest AutorIn unbekannt)
Dies beinhaltet einen Gang rund um die Außenseite der Gehege, man muss die Tiere kontrollieren und nach Löchern unter dem Zaun (z.B. durch Buddeln der Stachelschweine) Ausschau halten. Es war so heiss, dass sich die meisten Tiere versteckten. Das erste Tier, das wir sahen, war eine Schlange, die gerade aus dem Leopardengehege kam. Dies kurz bevor Missy Jo, die Leopardin, ihren Rücken am Zaun rieb, weil sie Futter erwartete. Sie schnurrte zufrieden und sah wie eine harmlose Hauskatze aus. Als wir beim nächsten Gehege durchgingen, trat Helen fast auf eine weitere Schlange, was uns alle ziemlich amüsierte. Als wir beim Gepardengehege vorbeikamen, fauchten sie und sprangen gegen den Zaun und versuchten uns Angst einzujagen. Aber als wir danach bei den Löwen ankamen, machten die sich nichts draus gefährlich zu erscheinen und saßen bloß im Schatten herum.
Zurück von dem Kontrollgang wurden wir von den Zebramangusten begrüßt.
August 11, 2007 “Survival” (Karen, UK)
Wir hörten Gerüchte über den Überlebenstrip und “Fear factor”. So komisch es scheinen mag, ich war nicht wirklich begeistert von der Idee, Teichwasser trinken zu müssen, Pavianfutter zu essen oder die Nacht im dichten afrikanischen Busch zu verbringen. Unsere gloriosen Führer entschieden, dass der Überlebenstrip unsere Herausforderung sei, was bedeutete, dass unsere Mägen wahrscheinlich von Tierfutter verschont bleiben würden!
Wie dem auch sei, es bedeutete, dass wir uns zu unserer Sorge so ausrüsten mussten, dass wir unter Umständen eine Nacht unter den Sternen mit Schlangen verbringen konnten. Frikkie und unsere Gruppenchefs rieben sich schon die Hände bei dem Gedanken, was sie alles für uns bereit hatten; ihre Vorbereitungen beinhalteten die volle Palette- es war so viel, dass wir unsere Expedition nicht vor 14h50 starten konnten. Ich sollte natürlich noch erwähnen, dass wir zuvor wie von Frikki angekündigt mit einem Festmahl verwöhnt wurden- es bestand aus einer Scheibe trockenem Brot. Wir wurden in Gruppen von 8-9 Leuten aufgeteilt- die erste Gruppe startete mehr als 30 Minuten vor der letzen (wir). Alle wurden an einem anderen Ort innerhalb Harnas abgeladen, ohne Karte und nur mit Kompass und einem Papier, welches uns sagte wieviele km wir in welche Richtung zu gehen haben.
Die ersten 2000m waren natürlich einfach und wir marschierten voller Enthusiasmus entlang der Sandstraße bei der wir wussten, dass wir dort unsere nächste Instruktion antreffen würden. Wir kamen zum Dammhaus, wo Früchte, Getränke und die nächsten Anweisungen auf uns warteten. Auch die nächste Anweisung war einfach, wir mussten 1000m einem Sandweg in westlicher Richtung folgen. Wir knabberten unsere Früchte und schlürften an unseren Getränken. Auch der nächste Kontrollpunkt war leicht zu finden und wir fühlten uns ausgelassen und zufrieden. Doch der nächste Abschnitt war ein richtiger Test. Uns erwarteten eine Schubkarre und 3 riesige Baumstämme- die Anweisung war, mit diesen Objekten ausgerüstet eine nördliche Richtung einzuschlagen.
Ok, bloß ging es direkt ins dichte Gestrüpp mit einer sperrigen Schubkarre und extrem schweren Holzstämmen. Die erste Stunde war ok, es war hart, aber wir schafften es hocherhobenen Hauptes. Wir durchquerten die afrikanischen Dornbüsche voller Enthusiasmus und waren zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen würden. Häufige Blicke auf den Kompass sagten uns, dass wir nach wie vor in nördlicher Richtung unterwegs waren und wir hörten Motorengeräusch, was uns bestätigte, dass die Strass, die wir finden sollten, wohl nicht mehr weit war. Aber nach einer weiteren Stunde war es schon 17h, die Sonne begann unterzugehen und unser Energielevel sank stetig. Das Gestüpp schien immer dichter und dorniger zu werden. Um 17h15 entschieden wir als Gruppe, einen Stamm fallenzulassen, damit wir nicht im Busch übernachten müssen. Um 17h30 wurde es dämmerig und die Strasse war nirgends zu sehen, also liessen wir auch die anderen Stämme zurück. Wir wurden ziemlich nervös als die Aussicht im afrikanischen Busch zu übernachten immer näher kam. Aber etwa 5 Minuten später hörten wir Stimmen und entdeckten das Feuer- wir hatten es geschafft! Die anderen Gruppen schienen zu jubeln, aber unsere Ankunft war ohne die Stämme nicht so glorios. Frikkie schickte uns zurück, um nach ihnen Ausschau zu halten, was zwecklos war. Das war sehr frustrierend, da wir sie ja weit egtragen hatten. Wir hatten super als Team zusammengearbeitet und einander unterstützt und Entscheidungen gemeinsam getroffen- das war wohl der wichtigste Teil der ganzen Übung, abgesehen davon, dass es hart und gelegentlich nervenaufreibend war. Ich war froh als ich bei der Rückkehr schnurrend von Pride begrüßt und abgeleckt wurde. Für mich sind die Tiere alles auf Harnas.
12.August 2007 Gruppe 3
Nachdem man bemerkt hatte, dass einer der männlichen Leoparden seit Tagen nichts gefressen hatte, wurde er in die Klinik gebracht. Schalk und Frikkie gingen raus um ihn zu betäuben und brachten ihn hin. Wir durften alle zuschauen. Sie waren unsicher, wieso der Leopard nicht fraß und befürchteten, dass sein Rücken gebrochen sei. Zum Glück war dies nicht der Fall. Aber sie bemerkten einen Abszess am Rücken. Nach sorgfältigem Abwägen wurde ein Schnitt gemacht, die giftige Wundflüssigkeit wurde herausgepresst und die Wunde mehrmals mit Wasserstoffperoxid ausgewaschen, um eine Infektion zu verhindern. Durch den Stress hatte der Leopard einige Anfälle, aber die “Operation” war fertig, bevor die Wirkung der Betäubung nachließ. Der Leopard wurde zur Erholung in ein separates Gehege gebracht. Er wird nun von den Volontären täglich gefüttert und beobachtet, um seine Fortschritte zu sehen.
Diesem Sonntag gab das Fussball/Rugby/Irgendwas-Spiel eine ausgelassenere Note. Harnas führte gegen die San als das Spiel wegen eines entlaufenen Straußes unterbrochen wurde.
13. August, 2007 (Helen, UK)
In dieser Nacht war ich an der Reihe, bei den Geparden Duma und Joanie zu übernachten. Da wir vor den Temperaturen (unter Null) gewarnt worden waren, waren meine Zimmerkollegin und ich gut vorbereitet. Wir trugen beide mehrere Schichten von Pullover, Hosen und Socken und hatten beide je zwei Schlafsäcke. Wir machten uns auf dem Weg zum Außengehege und als wir die Matratzen hingelegt hatten, kam Joanie sofort zu uns, schnurrte laut und legte sich zwischen uns. Tatsächlich kam dann auch Duma- sie spazierte über mich- und fiel mir so ganz sang-und klanglos in die Arme!
Sie begann, mein Gesicht abzulecken (sie haben eine sehr rauhe Zunge) und dann auf meinen Haaren zu kauen. Glücklicherweise war ihre Neugierde gestillt, bevor sie begann, mein Gesicht anzuknabbern. Es war eine zauberhafte Erfahrung, aufzuwachen, in ein Gepardengesicht zu schauen, im Hintergrund tausende von Sternen und die dunkeln Umrisse der Bäume am Horizont. Mit einem Gepard in meiner Nähe fühlte ich mich sicher als wir den Geräuschen der Nacht zuhörten, einigen wirklich lauten Löwen. Die Magie des Augenblicks wurde jäh zerstört, als Joanie plötzlich aufstand und über den Schlafsack meiner Zimmerkollegin pinkelte. Das ist die Kehrseite davon, wenn ein Gepard dich wärmt…
(Kat, UK)
Nach einem ziemlich normalen Harnas-Tag (Tiere Füttern, Gehege putzen, Gehege Kontrolle) war es Zeit für einen Spaziergang mit den 17 “Teenie-Pavianen” ( 15 plus Kevin und Mimi). Da die Hälfte von uns auf Wildbestandesaufnahme war, standen 17 von uns besorgt auf der Brücke, als Marietta die Paviane herausließ, mit der Anweisung nicht zu schreien oder davonzurennen und sich nicht zu regen, falls man gebissen würde. Diejenigen die beim Spazieren schon ihre Erfahrungen (und Narben zum Beweis) mit den Babypavianen hatten, warteten um zu sehen, wie die Dinge mit der größeren Version lagen. Die Paviane jedenfalls rannten ziemlich desinteressiert an uns vorbei und genossen ihre Freiheit, entfernten sich aber nie zu weit von der Gruppe.
Sie schafften es, einen Mülleimer umzuwerfen, um darin eine Coladose zu finden und starteten eine stolzen Pavianversuch, daraus zu trinken. Abgesehen davon folgten sie und führten den Weg zum Flugfeld. Ab und zu kam ein Pavian mit ausgestreckten Armen zu uns und wollte hochgehoben werden. Sie saßen auf unserem Rücken, Kopf oder wie ein Babypavian in unseren Armen bis sie wieder runter wollten. Zwischen ihnen gab es Streit und Gezanke, aber zu unserer Überraschung blieben wir unversehrt, abgesehen von ein wenig Paviankaka. Sie waren eine Stunde draußen, definitiv eine zum Genießen! Das witzigste war wohl ihre Angst, als sie eine Spielzeugschlange aus Plastik sahen, da hüpften sie alle eine Meile zurück…
14. August, 2007 Giraffenbegegnung der etwas anderen Art (Simi, Schweiz)
Heute waren wir mit der Wildzaunkontrolle dran. So organisierten wir eine Schaufel und nahmen jede Menge Wasser mit, denn es war schon 10h. Wir wussten, dass wir eventuell die beiden Giraffen sehen würden, darauf freute ich mich sehr. Ich hatte sie schon zuvor gesehen und konnte auch einige Photos aus recht kurzer Entfernung machen, aber ich sehe sie immer wieder gerne. Auf unserem Weg entdeckten wir sie jedoch nicht.
Als wir nach einer Weile die neu erweiterte Gegend erreichten, lag ein fremder Duft in der Luft. Zuerst dachten wir, es rieche nach Gepardenkot. Aber dann entdeckte eine von uns eine tote Giraffe im Busch. Man sagt, dass sie vom Blitz getroffen wurde und deshalb gestorben war. Wir gingen näher ran um die riesigen Knochen genauer zu betrachten. Stellenweise war das Fell noch da, es war in der heißen Sonne schon zu Leder geworden. Natürlich hätte ich lieber die beiden lebenden Giraffen gesehen, aber irgendwie war es schon interessant, den leblosen Körper mit den riesigen Knochen aus der Nähe zu betrachten.
Mitte August (Améthyste, Frankreich)
Letzte Nacht wollten zwei von unserem Zimmer einen Babypavian zu sich nehmen. Nur Moses und Jacob waren noch alleine. Aber Jacob ist der aktivste der Paviane und ist daran gewöhnt, am Morgen auf den Betten herumzuturnen. Wir wussten nicht, wie er sich mit einem anderen Pavian verhalten würde und waren ein wenig beunruhigt, als wir beide nahmen. Um so viel Ärger wie möglich zu vermeiden holten wir Moses zuerst und gingen danach zurück zu Jacob. So war Moses schon unter der Decke und es war dunkel als Jacob kam, so dass keiner den andern sah. Während der Nacht schliefen beide ruhig und nichts passierte. Wie gewöhnlich wachte Jacob, der bei mir geschlafen hatte, zeitig auf und ging auf Zimmerentdeckung. Als ich versuchte, ihn einzufangen, kletterte er auf das obere Bett und sprang herunter- und er landete auf dem schlafenden Moses. Wir hielten alle den Atem an und waren auf einen Kampf gefasst- aber Moses, der wohl zu erschöpft war, schlief einfach weiter. Auch Jacob hatte nichts gemerkt. Und so war dies das einzige Ereignis der Nacht.