Harnas

Das Tagebuch der Harnas Voluntäre Teil 5

Teil 4: 6.8.-14.8.07

 

Mittwoch, 19.September 07 Gruppe 3

Erwachen in der frühen Dämmerung Namibias- Farben kehren vom letzten Schlummer der Nacht in den dunkeln Himmel zurück. Grautöne werden zu sanftem Blau mit orangen und rosa Pinselstrichen. Eine majestätische Gepardin schläft friedlich, ihr sanfter nobler Kopf auf das Kissen gebettet. Die ersten Vögel singen einen morgendlichen Chor und die Löwen brüllen noch immer in der Ferne- ein neuer Tag auf Harnas beginnt.
Die Pavian-Babysitter kehren von ihrem nächtlichen Abenteuer zurück mit guten Neuigkeiten einer ruhigen Nacht -  abgesehen von Jakobs üblichen Streichen – gelobt sei er für seinen Durchhaltewillen- wenn schon für sonst nichts…


Die morgendliche Fütterung verlief reibungslos und der Tag war voller hektischer Energie, da die Familie ihre Sachen packte um für Harnas-Werbung nach Europa zu reisen. 


Die Nachmittagsaktivität bestand in einer genussvollen Fahrt im neuen luxuriösen Safariwagen, zu einem schönen Haus im Busch, von wo die Leute eine 180° Rundumsicht auf die wilden Tiere haben. Wir fütterten die Erdmännchen und sahen den neuen Volontären zu, wie sie photographierten und sich über die wilden Essgewohnheiten der Erdmännchen amüsierten. Seid vorsichtig mit euren Fingern- wir fanden heraus, dass sie beißen!
Am Abend gab es eine Abschiedsfeier für die Abreisenden und es wurde ein erstklassiges 5 Gang Lapa-Menu mit Wein serviert. Die Nacht endete mit einem Lagerfeuer und einigen Cocktails, es wurde gefeiert und  Geschichten des Tages ausgetauscht.

 

Freitag, 21.September  07

Gestern gingen wir am Nachmittag mit den Babypavianen spazieren, als Vorbereitung darauf, dass wir die Nacht mit ihnen verbringen wollten. Ich war etwas besorgt, aber man sagte uns, sie seien wahre Engel. Mein Baby, Donovan, überhäufte mich am Morgen mit seiner Liebe und wollte mich nicht gehen lassen. Da war es eine Herausforderung, ihm die vollgekackten Windeln auszuziehen. Natürlich schaffte ich es nicht und sobald ich die Windel ausgezogen hatte, klammerte er sich an mein Bein, kletterte an mir hoch auf meine Schultern und auf meinen Kopf, und wischte dabei seinen schmutzigen Hintern an mir ab. Ich war wörtlich von Kopf bis Fuß mit Paviankacke bedeckt! Als ich mich zurück in Volontärsdorf unter einer kalten Dusche gesäubert und die Haare gewaschen hatte, wurde ich erneut angekackt, diesmal von Poeppie, der grünen Meerkatze, während ich sein Gehege putzen wollte.  Naja, ich sage mir, Affenkacke ist bestimmt voller Nährstoffe und erinnere mich an einen von Frikkies Lieblingssprüchen… “Dies ist eine Erfahrung, die du nur einmal im Leben machst- genieße es!“


Donnerstag, 27.September 07, Mike Stubbs

Ich wachte auf in Aussicht auf ein Frühstück mit 29 Frauen! Das Leben ist hart, wenn man einer von nur zwei männlichen Workingguests ist! Natürlich gibt es da noch Juan, aber ich habe so meine Zweifel über ihn. Als wir bei unserm 3-Gang Morgenessen sitzen (Brot, Butter, Käse) erklärt Frikkie den Tagesplan. Grundsätzlich werden wir bis zu den Knien im Dreck stehen, dies nach der morgendlichen Futterzubereitung und Fütterung (wieder mal eine Gelegenheit, meine Hand schon vor 9h morgens an ein Hühnerhintern anzulegen).
Ich liebe es, die Geparde zu füttern. Es ist außergewöhnlich, da zu stehen und einem Raubtier beizubringen, dass es sein Stück Fleisch, welches ich über meinen Kopf halte, erst bekommt, wenn es auf der Plattform steht.
Rachael (von UAE) füttert noch immer ihr kleines Baumhörnchen, welches sie als ihr Baby adoptiert hat. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass es männlich ist, da es seine Zeit meistens damit verbringt, in ihrem Ausschnitt rumzufummeln. Die Babypaviane sind in guter Form. Sie lieben die täglichen Spaziergänge. Dies ist für sie immer eine Gelegenheit Sonnenbrillen, Wasserflaschen und Haarspangen zu sammeln, bevor sie einem den Rücken herunterpinkeln. Aber um ehrlich zu sein- sie lausen einem zuerst ganz gründlich- so mag ich zwar bepinkelt sein, aber wenigstens habe ich keine Flöhe! Wir beenden den Tag mit einer Übernachtung unter freiem Himmel und einem „Brai“ unter dem Sternenhimmel. Genial!  

 

Samstag, 22.September 07

Harnas erhielt einen Telefonanruf von einem Farmer betreffend 4 wilder Geparde. Der Farmer meinte, wenn Harnas sie nicht so bald wie möglich holten komme, so werde er sie töten. Schalk fuhr sofort los, um sie abzuholen. In der Zwischenzeit bauten Frikkie und ein paar Workingguets ein Gehege im Gehege der 15 wilden Geparde. Es ist nicht möglich die 4 neuen Geparde direkt zu den andern zu lassen, da sie zuerst gute Beziehungen zueinander aufbauen müssen.
Ein paar Tage später wurde uns bewusst, dass das Gehege nicht stark genug ist und folglich entkamen zwei von ihnen. So mussten wir Kistenfallen aufstellen und natürlich die Zäune ihres Geheges verstärken. Einer wurde ganz leicht wieder eingefangen. Frikkie nahm einige von uns mit, um den entlaufenen Gepard abzuholen und wieder in sein Gehege zu bringen. Es war sehr aufregend zum Beobachten, obschon sich der Gepard die Nase verletzte, als er in der Kiste herumrannte. Aber bald darauf war er wieder sicher bei den andern. Leider ist der 4. Gepard nach immer auf der Kurve und wir fanden ein Schaf, das von einem Gepard gerissen worden war. Wir hoffen, dass wir ihn bald einfangen können.

 

Lost – Anfangs Oktober 2007 (Rachel)

Gut, als Frikkie sagte, es sei Zeit nach Gobabis zu gehen, war das letzte was ich erwartetete, dass wir Lost, den Babyleoparden mitnehmen würden.
Frikkie machte sich Sorgen, dass jemand die Kleine nicht richtig füttern würde, da sie schon mal ein Löwenbaby verloren hatten, weil eine Frau der Buschleute ihm Milch aufgezwungen hatte und diese dann anstatt in seinen Magen in die Lungen gelangte. Also begleitete uns die kleine Lost in die Stadt. Sie findet, dass das die perfekte Idee ist, da sie so den ganzen Tag im Zentrum aller Aufmerksamkeit stehen wird!


Für die Reise setzen wir sie vorne zwischen uns in eine Kartonschachtel. Sie ist nicht sonderlich beeindruckt und verbringt die ganze Reise, resp. den ganzen Tag, damit, aus der Schachtel herauszuklettern, um mehr zu sehen. Wir besuchen unzählige Orte in der Stadt, zuerst seinen Neffen, der den Bakkie reparieren soll und danach das Altersheim, um Frikkies Mutter zu besuchen. Sie ist 92jährig und geistig noch voll rüstig und obschon sie blind ist, kann man die Freude in ihren Augen lesen, als sie die kleine Lost hält.
Wir stoppten bei der Tankstelle und dem lokalen Supermarkt. Dies hat mir, als einem westlichen Tierliebhaber, einmal mehr total die Augen geöffnet. Als wir mit Lost in den Armen herumgehen, zeigen die Leute echte Anzeichen der Angst. Frikkie erklärt, dass es in ihrer Kultur liegt, dass ihnen Schauergeschichten über Tiere, welche Menschen angreifen, erzählt werden. Wir gehen durch den Supermarkt und die Leute weichen zurück, als ob wir eine Bombe im Arm hätten. Einige rennen sogar davon und verstecken sich in anderen Gängen. Ihre Angst ist klar- aber total unbegründet- dieses kleine Bündel würde keiner Fliege was zuleide tun! Ich verstehe nun auch, warum Wildtiere in Namibia so schlecht behandelt und verfolgt werden und weshalb so wenige übrig sind. Wie hart es doch ist, die Meinungen zu ändern, und ich wundere mich, ob sie ihr Denken ändern, bevor es zu spät ist und keine Wildtiere mehr da sind.
Der Tag endet in Marietas Küche, wo wir versuchen, Rugby zu schauen, aber alle Blicke zieht es zu Lost, der mit der Afrikanischen Wildkatze und dem Hund über den Boden tollt- manchmal stoppen sie, um den Schreien der Baby-paviane zu lauschen. Dies scheint alles surreal, aber tatsächlich ist hier nichts mehr fremd, das ist einfach normal auf Harnas!

 

Cleo bekommt Flügel !! Anfangs Oktober (Rachel)

Während ein Koreanisches Filmteam auf Harnas weilt, fragen sie, ob es möglich sei, einen Geparden im Flugzeug zu filmen. Harnas fand das ziemlich dubios, da es nicht akzeptabel ist oder in ihrem Sinn liegt, die Tiere irgend-welchem Stress auszusetzen. Aber Cleo ist so gelassen dem Leben und neuen Situationen gegenüber, dass wir beschliessen, einen Versuch zu starten und zu sehen, was passieren würde. Sollte Cleo Anzeichen von Stress zeigen, so würden wir der Filmerei sofort einen Riegel vorschieben.


Also flogen sie in einem Flugzeug aus Windhoek ein, und das was der Anfang, des schrägsten Tages meines Lebens. Ich sass im Büro und war beschäftig, als Juan und Frikkie beschlossen, ihre Aufmerksamkeit heute auf die Volontäre zu konzentrieren. Dies bedeutete, dass jemand nach der Filmcrew schauen musste. Sie schauten mich an und fragten: „ Kannst du die Filmcrew übernehmen?“ Ich sagte ihnen, ja, das sei kein Problem, aber was sie denn wollten, das ich tun sollte? Sie antworteten: „Cleo in ein Flugzeug mit einer Filmcrew begleiten.“

Ich fühlte mich geehrt, dass sie mir zutrauten, mit Cleo zurechtzukommen, aber ich war mich nicht ganz sicher... Ich ging los um die Filmcrew zu treffen und Cleo abzuholen. Frikkie fuhr Cleo und mich zum Flugzeug. Von dem Moment an ist die Angst, Cleo nicht im Griff zu haben verflogen. Ich bin viel mehr besorgt, in ein Flugzeug der Größe einer Schuhschachtel zu steigen. Obschon ich einen Fallschirmsprung gewagt habe, ist ja meine Reisekrankheit nicht verschwunden - und ich frage mich, ob ich auf Cleo aufpassen muss oder sie auf mich. Ich klettere ins Flugzeug und Frikkie trägt Cleo herein. Ich schaffe es, dass sie still sitzt und sie sieht recht aufgeregt aus, die Chance zu haben, im Flugzeug zu reisen. Ich sage dem Piloten, dass er den Flug sofort stoppen müsse, sollte es irgendwelche Probleme geben. Die Filmcrew klettert herein, die Türen werden geschlossen- jetzt gibt’s kein Zurück mehr. Ich wünschte ich hätte heute Morgen das Frühstück ausgelassen! Wir rollen über die Piste und heben ab, Cleo mag es sehr. Ich streichle sie dauernd, um ihr Sicherheit zu geben, aber ich glaube, eigentlich gibt sie mir Sicherheit! Wir heben ab und sie starrt aus dem Fenster- ich wage nicht herauszusehen. Die Filmcrew ist daran viele Bilder zu knipsen, zu filmen und ein Interview mit dem der es präsentiert zu machen. Mein Magen ist schließlich nahe daran umzukippen, Cleo schaut langsam gelangweilt und so bitte ich den Piloten, so schnell und sicher wie möglich zu  landen.


Wir landen und ich fühle mich ziemlich grün, aber ich muss mich darauf konzentrieren, Cleo aus dem Flugzeug und zurück in ihr Gehege zu bringen. Das Problem ist,  wie so oft auf Harnas, dass mich kein Transportgefährt erwartet, weil sie alle Wagen für die Volontärsaktivitäten gebraucht haben. Also benütze ich mein Funkgerät “Lapa Lapa Lapa kom in!”. Glücklicherweise antwortet Luis und sagt, er schickt mir einen Wagen. Während der 10 Minuten Wartezeit muss ich Cleo davon abhalten, die Ledersitze des Flugzeugs zu attakieren. Endlich kommt Lucas, der Tourguide, mit einem Wagen, obschon ein offener Mitsubischi  nicht wirklich die das ideale Tarnsportmittel ist! Lucas trägt Cleo aus dem Flugzeug und ich springe heraus. Ich bin inzwischen eine nette Mischung aus grün, weiß und gelb und dankbar, endlich an der frischen Luft zu sein! Wir laden Cleo ein und ich klettere zu ihr auf den Hintersitz. Ich frage mich, wie um alles in der Welt wir wohl zu ihrem Gehege gelangen, ohne dass sie unterwegs abspringt. Wir fahren bei Springböcken und Oryx vorbei, danach bei der Pferdekoppel, bei den Schafen und Ziegen. Eine Glücksfee muss wohl über uns gewacht haben, denn wir kamen wohlbehalten zurück. Als sie dann wieder sicher im Gehege war, rannte Cleo sofort zu Pride und es sah aus, als ob sie ihr von ihren faszinierenden Erlebnissen erzählen würde. Ich wünschte ich hätte mich dazusetzen und verstehen können, was sie sagt!

 

Montag, 8.Oktober 07, Die Löffelhunde entwischen

Als wir nach einer lieblichen Nacht mit den Babypavianen in Simba (Pavianraum) erwachen, meint eine der Volontärinnen :"Haben wir hier Löffelhunde?”  „Nein, natürlich nicht!“ Sie waren durch ein Loch in der Mauer des Volontärshauses, das im Umbau ist, abgehauen! Wir weckten Juan auf damit er uns helfe, sie einzufangen. Der zahmste Löffelhund war leicht zu fangen, aber die beiden anderen genossen offensichtlich die neu erlangte Freiheit. Wir versuchten sie zurückzutreiben, indem wir eine Reihe bildeten und gegen sie gingen, aber das klappte nicht. Dann versuchten wir es mit dem Katzenfutter, mit dem alle Katzen gefüttert werden. Endlich ließen sich die Löffelhunde von dem Katzenfutter überzeugen und wir konnten tatsächlich den zweiten Löffelhund fangen, obwohl er heftig protestierte und Juan ins Bein biss. Der dritte gab auf und folgte seinem armen Spielgefährten und so waren sie Gott sei Dank alle noch vor dem Frühstück sicher zurück.  

 

3. November 07, Gruppe 3

Der Morgen begann damit, dass jede Gruppe halbiert wurde. Die eine Hälfte half bei den Schafen und Ziegen (Impfungen), die anderen waren für die Futterzubereitung und das Füttern zuständig. Es war ein sehr warmer Tag und Frikkie nahm uns später mit auf einen Buschspaziergang. Wir starteten etwa um 5h, die Sonne brannte stark (am Ende des Tages hatten einige von uns eine rote Nase). Während wir gingen erzählte uns Frikkie von der Kriegszeit und erklärte die verschiedenen Bäume, Fußspuren der Tiere und er erklärte uns, wie man in der Wildnis überleben kann. Von den Pflanzen, welche Wasser enthalten, waren wir speziell angetan. Als die Sonne unterging kamen wir beim Baumhaus an, wo uns schon ein Lagerfeuer erwartete. Die drei zahmen Erdmännchen kamen um uns zu begrüßen und wir backten Schlangenbrot über dem Feuer. Andreas, unser grandioser Koch, hatte ein leckeres Essen zubereitetet und wir aßen alle zusammen am Lagerfeuer. Talluah, eines der Erdmännchen, schlief in Monicas Schoss ein, so süß!!! Als die Dunkelheit hereinbrach, erschien der „Afrikanische Himmel“. Frikkie sagte, wir sollen unsere Lampen ausmachen und führte uns etwas weg vom Feuer. Wir legten uns hin und alles war total still. Wir konnten die Milchstraße sehen, Skorpion und Jupiter. Es war einer der Tage, an denen du denkst, du könntest für immer hier bleiben! Als wir zurückkamen, mussten die Leute, die bei den Pavianen schliefen, den Kleinen noch die Windeln anziehen. Zum Glück waren die auch müde und schliefen sofort ein, als sie ihre Flasche bekamen! Während der Nacht mussten wir immer wieder lachen- aber man will ja keine Paviane aufwecken, wenn sie mal schlafen!!! Hihi. Ich liebe die Stille, das Gebrüll der Löwen, und das Gefühl des Friedens, das dich hier überkommt. Ich liebe Harnas!

 

November 2007 (Rachel, Tamara, Deanna)

Heutzutage sind die Wildhunde sehr selten in Namibia, darum sind sie hier auf Harnas auch so aufgeregt darüber, dass sie Wildhundewelpen erhalten haben. Die Welpen kamen aus dem nördlichen Namibia, in der Nähe der Grenze zu Angola. Die Workingguest nannten sie Dave, Nils, Bella, & Stella. Letzte Woche kam der Tierarzt um die Kleinen zu untersuchen und DNA-Proben zu nehmen. Die Proben werden genommen, um die für Harnas sehr wichtige Familienzugehörigkeit festzustellen. Als sie ankamen waren sie scheu und hatten Angst vor den Menschen. Während der letzten Wochen sind sie jedoch täglich neugieriger und abenteuerlustiger geworden. Sie lassen sich gut beschäftigen und interessieren sich speziell für die Besitztümer der Workingguests (Taschen, Bücher, Schuhe!)

 

Samstag, 17. November  07 (Anika Proske)

Wurdest du je von einem Pavian ausgeraubt?
Hat dich schon mal ein Pavian bis auf die Haut durchsucht?
Hast du schon mal einen Pavian mit Windeln getroffen?

Dies sind alltägliche Begebenheiten eines Workingguests auf Harnas. Die 5 Babypaviane – Jacob, Ita, Moses, Vambo & Donovan; sind Experten darin, deinen Besitz zu klauen. Ihre Lieblingsspielzeuge sind Sonnenbrillen, Ohrringe, Haarspangen und Schmuck. Mit ihren schnellen Diebeshänden schaffen sie es, was auch immer sie haben möchten, sogar durch den Zaun des Geheges zu grabschen! Ob sie in ihrem Gehege sind oder auf ihren täglichen Spaziergang mit euch, ihr solltet immer darauf achten, was ihr trägt und welche Sachen ihr mitnehmt! In ihrer Freizeit machen sie sich einen Spaß daraus, deine zusammengebundenen Haare aufzumachen und dein Bikinioberteil zu öffnen. Sie werden dich von Kopf bis Fuß durchsuchen, nach interessanten Dingen in deinen Taschen Ausschau halten, unter Oberteil und Hose zu suchen und sogar deinen Mund aufzureißen, um zu fühlen, was es darin gibt. Während die Sonne scheint werden sie nie müde von den Bäumen auf die Köpfe der Volontäre zu springen; doch sobald die Sonne untergegangen ist, werden sie zu hilflosen kleinen Wesen, die ständig Sicherheit und Schutz suchen.
Es ist erstaunlich zu fühlen wie ihre Körper zittern, wenn man mit ihnen in der Dunkelheit zu den Wendys geht. Die Nacht ist ruhig und friedlich während ein Pavian auf deinem Bauch liegt. Auch nach mehreren schmerzlichen Angriffen solltest du deiner Angst ins Gesicht sehen und nie aufgeben.  Das ist der einzige Weg, wie sie lernen, dich zu respektieren und wie du an einer großartigen Beziehung arbeiten kannst. Manchmal sitze ich einfach vor ihrem Gehege und schaue ihnen zu, wie sie spielen oder essen. Das sind die Momente in denen ich vergesse, dass ich kleine Paviane anschaue. Ein Blick in ihre Augen gibt mir das Gefühl, ich säße neben einem Menschen.

 

Houdini – November 2007 (John Sullivan)

Meine Geschichte handelt nicht von den knuddeligen Großkatzen oder den süßen Erdmännchen, sie handelt von einem sehr einsamen Pavian namens Houdini, dem die Menschen jegliches normale Leben verwehren. Houdini wurde beigebracht, die Leute zu bestehlen und wie er aus seinem Gehege entkommen kann. Deswegen befindet er sich nun in einem einsamen Gehege, klein und dunkel und mit doppeltem Zaun. Er hat wenig Besuch, obschon er jeden Tag sehen muss, wie die Leute im Hof vorbeigehen.
Er sitzt an seinem Fenster und schaut zu den andern Paviangruppen. Die Geschichte ist umso schlimmer, da Houdini einer der nettesten, vorsichtigsten und intelligentesten Paviane ist, die ich je getroffen habe. Man kann ihm Früchte direkt mit der Hand in den Mund geben oder wenn er sie dir von der Hand nimmt, dann immer ganz vorsichtig und verständnisvoll. Er pflückt die Blätter so sorgfältig von den Ästchen, dass  man manchmal nur schwer glauben kann, dass er ein wilder Pavian ist. Ich habe es sogar geschafft, dass er aus einer Wasserflasche trank! Ein Blick in seine Augen reicht um zu sehen, dass nicht er hinter Gitter gehört sondern die gemeinen Menschen, die ihn abgerichtet und so sein Leben ruiniert haben….Und solche Menschen sollen der höchsten Rasse angehören- dass ich nicht lache!

 

Bunte Tage auf Harnas , 9.November 2007 (Jullian Gunnigle)

Meine Mutter sagte mir einst, dass Leben ist wie ein Malbuch in dem du jeden Tag eine neue Seite bunt anmalen kannst. Hier auf Harnas kommt es mir so vor, all ob mir ein magisches Malbuch gegeben wurde mit unendlichen Seiten und dem breitesten Farbspektrum an jedem so ehrfürchtigen Tag hier! Meine Seele wurde entblößt. Die Routine und all das Materielle die meinen täglichen Alltag zu Hause kontrollieren fühlen sich an wie Ketten, die an meinem Herz hängen. Harnas hat diese emotionalen Barrieren niedergerissen und ich merke, wie ich mich in diesen unwiderstehlichen Ort verliebe. In dieser wunderbaren Umgebung entdecke ich wieder wer ich bin und was mir wirklich wichtig ist. Hauptsächlich, was mich echt glücklich macht. Dadurch, dass ich kostbare Momente mit den Tieren verbringe, lerne ich die Kunst der stillen Kommunikation, umarme die Kraft des stummen Vertrauens und Respekts. Ich fühle mich demütig und geehrt hier sein zu dürfen, die Schönheit von Harnas zu erleben und zu teilen. 

 

Am Sonntag, dem 18. November 2007 kam Klippie zu uns
Sie ist nur eine Woche alt, und die erste Giraffe, die auf Harnas von Hand aufgezogen wird. Momentan haben wir zwei erwachsene Giraffen und ihr Kalb, welches vor ein paar Wochen geboren wurde.  Sie leben draußen im Wildbereich und besuchen oft das Wasserloch in der Nähe des Workingguest-Dorfes.
Leider war Klippies Mutter zu alt, um für sie zu sorgen, und somit kam sie mach Harnas. Es ist nicht möglich, sie zu den anderen Giraffen zu lassen und so müssen wir sie von Hand aufziehen. Es ist aufreibend, Giraffen von Hand aufzuziehen und es ist speziell schwierig, mit der Flaschenfütterung zu beginnen. Sie kämpfen auf jedem Schritt des Wegs und können hart treten, sowohl mit den Vorder- als auch mit den Hinterbeinen- sogar in so einem jungen Alter!  Nach einigen blauen Flecken und vielen Anfragen bei verschiedenen Zoos rund um die Welt, welche erfolgreich Giraffen aufgezogen haben, scheinen wir endlich die Mischung gefunden zu haben, die sie mag. 24Stunden nach ihrer Ankunft nahm sie endlich die Flasche und putzte sofort 4 Liter einer Mischung aus Kuh- und Kondensmilch weg. Im Moment lebt sie in einem Gehege im Rasen, wird aber, sobald sie sich richtig eingewöhnt hat, bald in ein größeres Gehege umziehen.

 

Nachruf

Schweren Herzens müssen wir uns traurig für immer von einigen unserer geliebten Bewohner verabschieden:


Poepie (Meerkatze)
Obschon er immer zu den Unruhestiftern gehörte, war Poepie einer der verspieltesten und mitfühlendsten Affen auf Harnas. Traurigerweise wurde ihm seine Intelligenz zum Verhängnis. Er schaffte es, sein Gehege zu öffnen und entkam in das Karakalgehege. Wir vermissen ihn alle fest!


Tallulah (Erdmännchen)
Tallulah wurde im November 2006 als Baby von Marietas Tochter nach Harnas gebracht. Sie lebte inzwischen mit ihren Babys in ihrem neuen Zuhause beim Baumhaus. Sie wurde von einer Schlange gebissen. Ihre Babys scheinen recht gut ohne sie zurechtzukommen. Doch die Workingguests vermissen sie sehr! Sie war immer das freundlichste Erdmännchen auf Harnas. Wir hoffen, ihre Babys machen ihr alle Ehre und werden genau so lieblich wie ihre Mutter.


Mercury (Afrikanische Wildkatze)
Ein Workingguest fand Mercury mit einer großen Schwellung am Mund. Schnell wurde er für weitere Untersuchungen in die Vetklinik gebracht. Er wurde betäubt und man ließ das Geschwulst ausfließen. Unglücklicherweise starb er noch in der selben Nacht. Eine nähere Untersuchung zeigte, dass er wahrscheinlich von einer Schlange gebissen wurde. Er war ein sehr zutraulicher Kater, und die meisten Nächte schlief er bei den Workingguests.
Schlaf gut, Mercury!

 

Fortsetzung folgt...

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