Harnas

Berichte vom Working Guest Programm -Januar 2007-

Bericht von Stefanie Schmidt


Bereits zum zweiten Mal war ich nun auf Harnas und habe auch dieses Mal wieder jede Menge erlebt. Die meisten der Tiere kannte ich noch vom letzten Jahr, aber natürlich gab es auch einiges an Neuzuwachs und auf der Farm hat sich viel geändert. Es war auch diessmal wieder ein unvergessliches Erlebnis und es wird für mich bestimmt nicht der letzte Besuch gewesen sein.

 

Zion und Trust
Am allermeisten habe ich mich gefreut, meinen Liebling Zion wieder zusehen. Er war der Hauptgrund dafür, dass ich ein zweites Mal nach Harnas gefahren bin. Ich hatte ihn beim letzten Mal während der gesamten 3 Monate in meiner Gruppe und war von der ersten Sekunde an hin und weg von ihm. Auch diesmal hatte sich das nicht geändert. Anfangs habe ich zwar immer gleich die Biege gemacht, wenn er sich auch nur irgendwie oben auf seiner Plattform bewegt hat, aber immerhin war er auch fast doppelt so groß wie beim letzten Mal. Auch sein Bruder Trust ist inzwischen ein richtig kleiner Teenager und hat es faustdick hinter den Ohren. Von Schalk wird er liebevoll „ der Terrorist“ genannt. Da ist es ja auch nur verständlich, wenn man da anfangs ein wenig zaghaft ist. Nach ein paar Tagen habe ich mich aber wieder bestens mit den beiden angefreundet und habe so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbracht. Mir wurde sogar gestattet, es mir mit den beiden auf ihrer Plattform gemütlich zu machen –  na gut, ich gebe ja zu, die Beiden haben tief und fest geschlafen. Daher hat es sie nicht wirklich interessiert, was ich da mache, aber immerhin haben sie mich auch nicht vertrieben.

 

 

So oft es ging, sind wir mit Frikkie und den Löwen raus in den Busch gefahren und sind mit ihnen spazieren gegangen. Das fanden die beiden auch richtig Klasse, aber nachdem sie sich ein paar Mal gejagt haben, waren sie so platt, dass sie sich direkt in den nächsten Schatten gepflanzt haben und auch keine wirklichen Absichten hatten, wieder aufzustehen. Angeführt von Hundemama Tara haben sie dann doch noch das Auto erreicht und wurden wieder zurück zu ihrer geliebten Plattform kutschiert.

 

 

Mimi  und Kevin                                                             

Als ich im letzten Jahr auf Harnas war, waren Mimi und Kevin noch so klein, dass sie nachts mit ins Bett genommen wurden. So hatte ich das Glück, mein Bett für eine Weile mit Mimi zu teilen. Ich hatte gehofft, sie auch dieses Mal wieder als Schlafgefährtin zu bekommen, aber aus dem Alter sind die beiden nun definitiv raus. Inzwischen sind sie richtige Teenager und auch um einiges stärker. Mimi ist zwar immer noch ein kleines Mama-Kind und möchte am liebsten die ganze Zeit nur auf dem Schoß verbringen, aber Kevin hingegen findet das total öde. Ihm macht es mehr Spaß, Mimi an den Nackenhaaren hintenüber zu ziehen, und schon ist der Streit eskaliert. An dieser Stelle habe ich mich dann auch meistens entschlossen, die Fliege zu machen, um ja nicht erst mitten rein zu geraten. Aber sie freuen sich nach wie vor, wenn man sich zu ihnen setzt und mit ihnen spielt (natürlich nur wenn sie einen mögen). Noch sind sie ja nur zu zweit und das kann manchmal ganz schön langweilig sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aiko, Aisha und Kiki
Aiko, Aisha und Kiki sind drei ganz besonders liebe Geparden, die ich dieses Mal in meiner Gruppe hatte. Das schönste war die morgendliche Fütterung. Sobald sie uns gesehen haben, kamen sie von ganz hinten in so einem Tempo angelaufen, dass man sich nicht mehr sicher war, ob sie nun wirklich noch rechtzeitig stoppen würden. Dann musste jeder schnell in drei verschiedene Ecken gehen, damit keiner dem anderen das Futter klaut und auf drei haben wir dann die Näpfe hingestellt und anschließend noch Milch hineingefüllt. Da das Ganze immer ein bisschen knifflig war, haben wir uns hinterher jedes Mal wie die Schneekönige gefreut, wenn alles geklappt hat und unsere Geparde zufrieden waren.
Bei sonstigen Besuchen gab es immer noch eine gründliche Reinigung, allerdings hat man das nicht lange ausgehalten, da Gepardenzungen ja bekanntlich sehr rauh sind.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jacob und Ieta
Bei den Pavianen gab es einiges an Neuzuwachs, darunter Voluntärsliebling Jacob und Marietas Baby Ieta. Normalerweise weicht Ieta nicht von Marietas Seite, aber manchmal braucht sie auch ein paar freie Minuten und dann muss Ieta zusammen mit Jacob ein paar Stunden im Gehege verbringen. Aber die beiden wissen ganz genau, wie sie die Aufmerksamkeit auf sich ziehen – ein trauriger Seufzer hier, ein wehleidiges Stöhnen da und schon kann kein Voluntär mehr dran vorbeigehen. Und als Dankeschön wird man dann auch noch angepinkelt. Ein Glück für die beiden, dass sie so süß sind, denn bei diesen Äuglein lassen die Voluntäre ihnen alles durchgehen…




 

 

 

 

 

 

 

Die Babies
Für mich neu waren die Ziegen Snowwhite und Milkyway, Schaf Thommy, Reh Bambi und die beiden Springböcke Peter Pan und Alice. Zwar sind sie eigentlich schon langsam aus dem Flaschenalter raus, aber da sie so verrückt danach sind, hat Marieta entschieden, dass sie noch eine Weile Milch bekommen können. Als ganz einfach hatte sich die Fütterung der kleinen Rabauken allerdings nicht rausgestellt. Wir brauchten jeweils mindestens vier Leute um das Ganze zu meistern, da jeder von ihnen andere Milch bekommt, andere Aufsätze bevorzugt und unterschiedlich schnell trinkt. Trotzdem hatten wir jede Menge Spaß mit ihnen, denn die Kleinen waren einfach zu süß.

 

Duma und Joney
Gepardin Duma lebt inzwischen nicht mehr mit Zeta zusammen (sie ist jetzt mit anderen wilden Geparden zusammen) sondern mit Joney, der genauso zahm ist, wie sie. Die beiden sind besonderes beliebt bei den Voluntären, da sie mit ihrer verschmusten Art sofort alle Herzen erobern. Zwei von uns haben sogar eine Nacht mit den beiden in ihrem Gehege verbracht. Duma fand das so Klasse, dass sie sich quer über die beiden gelegt und lauthals geschnurrt hat. Nachdem Joney dann auch noch dazu kam, wurde es den Mädels aber doch etwas zu eng und Duma und er mussten wohl oder übel ein wenig Platz machen. Am Ende hatte dann jeder einen schnurrenden Geparden an seiner Seite und alle vier hatten eine schöne Nacht.

 

 

Poepie
Und zuletzt gibt es auch noch Poepie, ein einjähriger Vervet Monkey. Da Marieta sehr großen Wert drauf legt, dass er nachts ein warmes Bett hat, wurde Poepie mein Schlafgefährte. Dies hat sich allerdings als nicht ganz leicht herausgestellt. Bevor ich ihn abgeholt habe, mussten alle Sachen sicher verstaut werden, denn ansonsten lässt Poepie nicht mehr all zu viel davon übrig. Dann wurde zehn Minuten nach Kräften im Zimmer rumgeturnt, mir Ohren, Lippen und Nase langgezogen, um dann von einer auf die andere Sekunde wie ein Sack auf mich zu plumpsen und in einen Tiefschlaf zu verfallen. Schlafend war er dann auf jeden Fall das süßeste Äffchen und hat bis zum nächsten morgen an mich gekuschelt durchgeschlafen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

The Flinstones- Night
Auch die traditionelle „Dress-Up-Night“ durfte natürlich nicht fehlen. Unser Motto war „The Flinstones“. Von Jo mit einigen alten Säcken ausgestattet, haben wir uns an die Kostümerstellung gemacht. Anfangs waren wir zwar etwas skeptisch, ob wir jemals etwas Brauchbares zustande bringen würden, aber mit ein wenig Hilfe von ein paar zusätzlichen alten Klamotten, die zerschnitten wurden, etwas Dreck und Haarspray, sind uns am Ende doch noch ganz gute Kostüme gelungen. Auch die Familie war mit von der Partie und hat sich verkleidet. Alle zusammen haben wir dann abends in der von Lapamanager Juan und Peggy im Stil der Flinstones geschmückten Lapa gegessen und anschließend bis in die Nacht hinein gefeiert!

 

 

Besuch vom Tierarzt
Ein besonderes Highlight war der Besuch von Tierarzt Mark. Anlass war der Transport von den fünf wilden Löwen aus Etosha und zwei der Leoparden zur neuen Farm in Windhoek. Und da er schon mal da war, wurden natürlich gleich noch ein paar der Tiere durchgecheckt und einige Katzenkastrationen vorgenommen. Vor allem haben wir uns gefreut, dass  Ziege Star endlich untersucht wurde, die sehr schlimm von einem Wildhund verletzt wurde und nur sehr knapp dem Tod entronnen ist. Sie hatte für eine Weile ihren Gleichgewichtssinn verloren, so dass sie nicht selbstständig stehen konnte und da sie nichts zu sich nehmen wollte, war sie zudem noch sehr geschwächt.. Wir alle hatten schon die Hoffnung aufgegeben, doch Voluntärin Georgie hat sich Tag und Nacht um sie gekümmert, ihr immer wieder das Fläschchen warmgemacht und mit ihr das Laufen geübt. Anfangs schien es kaum besser zu werden, doch dann auf einmal hat sie wieder angefangen zu fressen und ab da ging es ihr Tag für Tag besser. Wir alle waren sehr beeindruckt von Georgie’s Einsatz, denn es war wirklich ein 24-Stunden-Job. Inzwischen ist Star sogar zurück bei ihrer Mutter und ihren Geschwistern und genießt ihr kleines Ziegenleben in vollen Zügen.

Unter anderem wurde auch Löwin Savannah behandelt, die zwei Abzesse an ihrem Hinterbein hatte. Tierarzt Mark hat uns alle zuschauen lassen und ein Paar durften sogar assistieren. Die kurze OP ist gut verlaufen und wir hoffen, dass Sher-khan sie nach all den Strapazen wenigstens in Frieden lässt.

 

 

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