Mo. 30.07.07 |
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Di. 31.7.07
Am Morgen kommt der Tierazt, Dr. Colin Lovely (ursprünglich aus Südafrika) in Harnas an. Jeder Wildhund muss betäubt werden, damit ihm Blutproben entnommen werden können und er geimpft, tätowiert und untersucht werden kann. Über jeden Wildhund wird ein Informationsblatt mit Daten erstellt. Die Blutproben werden zur DNA-Analyse zu einem Spezialisten nach Grossbritanien gesendet. Da die Wildhunde eines Tages freigesetzt werden sollen, ist es wichtig zu wissen, wie sie miteinander verwandt sind und aus welchem Rudel sie stammen.
Nach 10h30 fahren alle raus zu den Wildhundgehegen. Im Schatten der Bäume ist bereits eine kleine medizinische Station aufgebaut worden.
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Kleine Teams übernehmen verschiedene Aufgaben. Eine Gruppe tätowiert die Ohren der Hunde (Nummern), eine andere Gruppe muss jeden Wildhund von verschiedenen Seiten fotografieren und ein Datenblatt erstellen (Nummer des Tattoos, Alter, Geschlecht etc.), andere helfen, die betäubten Wildhunde zum Tierarzt zu transportieren. Alle sind im Einsatz und etwa nach der 3. Wildhundbehandlung kann man allmählich eine Routine beim Tätowieren und Impfen sehen.
Nachdem ein Wildhund mit dem Betäubungsgewehr getroffen wurde, dauert es etwa 5-10 Minuten bis das Schlafmittel richtig wirkt.
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Wenn der Wildhund tief schläft, wird er auf einer Bahre zum Behandlungstisch in der “Spitalecke” transportiert.
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Damit die Augen der betäubten Wildhunde nicht austrocknen, müssen sie mit einem Spezialgel eingerieben werden. Der Tierarzt untersucht jeden Hund und sieht sich die Zähne an. Puls und Herzschlag des Hundes werden kontrolliert und die Körpertemperatur wird überwacht. Wenn ein Wildhund überhitzt ist, muss er mit Wasser gekühlt werden. Danach nimmt der Tierarzt die Blutproben. Es ist wichtig, dass man dem betäubten Hund die Zunge aus dem Maul hängen läßt, damit er richtig atmen kann.
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Ein Ohr wird tätowiert und jeder Wildhund wird geimpft (Tollwut, eine Kombinationsimpfung von Hepatitis, Starrkrampf u.a, ein Entwurmungs- und Antiparasitenmittel). Jeder Wildhund wird außerdem mit Antizeckenmittel eingesprüht.
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Nachdem die ganze Behandlung eines Wildhundes abgeschlossen ist, wird er zum Aufwachen in den Schatten gelegt. Während dieser Zeit wird der Wildhund überwacht und seine Körpertemperatur wird gemessen, damit man prüfen kann, ob der Zustand des Hundes in Ordnung ist. Wird die Körpertemperatur zu hoch, wird er mit Wasser gekühlt, wird sie zu niedrig, legt man den Wildhund in die Sonne. |
| Einer der Hunde war heute morgen, kurz bevor er betäubt wurde, in einen Kampf verwickelt. Seine Wunden werden gesäubert und desinfiziert. | ![]() |
Man entdeckt, dass die Wildhunde etwa 2 Wochen alte Junge haben. Das Betäuben der anderen Hunde aus diesem Rudel erweist sich deshalb als etwas schwieriger. Die Mutter und ihre Welpen werden nicht behandelt.
Die Untersuchungen des Tierarztes zeigen ausserdem, dass eine andere Hündin trächtig ist.
Um die Mittagszeit wird es sehr heiss und man beschliesst, eine Pause einzulegen. Nach einem kurzen Mittagessen fahren alle wieder zurück zu den Gehegen. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die zuerst betäubten Wildhunde aufzuwachen. Sie versuchen aufzustehen, sind aber noch ganz wackelig und unsicher auf den Beinen. Alle sind bis in den späten Nachmittag hinein voll beschäftigt. Einem Wildhund scheint es nicht besonders gut zu gehen, er braucht sehr lange um aufzuwachen und scheint schwach zu sein.
Heute sind 19 Wildhunde betäubt und behalndelt worden, die retslichen kommen dann morgen dran.
Mi. 01.08.07
Gestern Nacht wurden die behandelten Windunde noch einmal beobachtet und überprüft und es schien allen soweit gut zu gehen. Heute morgen waren einige in einen hässlichen Kampf verwickelt. Der Wildhund, der am Vortag Mühe mit dem Aufwachen hatte, lag etwas abseits von den anderen im Schatten. Irgendwie gelang es den anderen Wildhunden zu ihm zu gelangen und sie attackierten ihn aufs Gröbste. Er wurde verletzt und seine Wunden müssen genäht werden.
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Als die Volontaere nach 9h morgens beim Gehege ankommen sind Schalk, der Tierarzt und ein paar andere schon dabei, diesen Wildhund zu behandeln und ihn zu beobachten. Wir werden heute nur zwei Wildhunde betäuben und behandeln. Vier Wildhunde können nicht gefunden werden. Aber wir haben genügend Blutproben der anderen Rudelmitglieder, somit werden wir die vier vorläufig in Ruhe lassen. |
Interviews (31.07.07)
Volontäre Rob, GB und Chantel, GB
1) Was weisst du über Wildhunde?
Rob: Nicht viel. Ich weiss, dass sie ernsthaft vom Aussterben bedroht sind. Und dass sie in Rudeln leben.
Chantel: Nicht wirklich viel. Sie leben und jagen in Rudeln.
2) Hast du vorher schon etwas ähnliches gemacht?
R: Ich habe nie zuvor etwas ähnliches gemacht. Ich habe es höchstens in Tiersendungen am TV verfolgt.
Ch: Nein, nie.
3) Was sind deine bisherigen Erlebnisse mit Wildhunden?
R: Sie in ihrem Gehege zu füttern und das Gehege zu putzen.
Ch: Einer hat mich letzte Woche beim Füttern gebissen. Unsere Gruppe ist für die Wildhunde zuständig.
4) Was war deine heutige Aufgabe?
R: Ich nahm die Zeit, nachdem sie mit dem Betäubungsgewehr getroffen wurden und beobachtete sie. Ich schaute, ob sie wirklich tief genug schliefen, so dass man sie transportieren und behandeln konnte.
Ch: Ich musste die Nummern in die Ohren tätowieren. Das hat Spass gemacht.
5) Was war das eindrücklichste Erlebnis dieses Projekts?
R: Dass wir so nahe bei den Wildhunden waren und sie sogar anfassen konnten. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich mal einen Wildhund berühren würde.
CH: Ich denke, so nahe bei den Tieren zu sein. Und wie die stinken!